Arbeits- und Berufskleidung

Den Begriff Arbeitskleidung assoziieren vielen mit dem klassischen "Blaumann" - und dieser wird auch heute noch vielfach eingesetzt. Allerdings hat sich das Marktsegment der Arbeits- und Berufskleidung in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Neben Arbeitskleidung, die in erster Linie dem Schutz der tragenden Personen dient, gibt es heutzutage einen großen Markt im Bereich der funktionalen, trendigen Berufskleidung, die in zahlreichen Branchen eingesetzt wird. Nicht nur klassische Handwerksbetriebe, sondern auch der Einzelhandel, Hotels, Versicherungen und Fluggesellschaften setzen heute auf professionelle Corporate Fashion. Oftmals entscheiden sich die Unternehmen dabei für Leasingmodelle - die getragene Kleidung verbleibt dabei im Besitz der Reinigung bzw. Wäscherei, die dann nicht nur für die Reinigung, sondern auch für Reparaturen und Austausch verantwortlich ist.

Persönliche Schutzausrüstung

Besonders anspruchsvoll und aufwendig ist die Pflege sogenannter Persönlicher Schutzausrüstung (PSA), die in erster Linie in handwerklichen und industriellen Bereichen getragen wird. Diese Kleidungsstücke verfügen über Gewebe mit speziellen Schutzfunktionen und dienen damit unmittelbar dem Schutz der tragenden Personen. Die große Herausforderung besteht darin, diese Schutzfunktionen bei der Aufbereitung aufrechtzuerhalten. Feuerwehrkleidung muss auch nach der Wäsche noch vor Hitze und Flammen schützen. In anderen Bereich sind hingegen wieder völlig andere Schutzfunktionen benötigt: Störlichtbogenschutz für Energieunternehmen oder Säureschutz für die Chemieindustrie und ähnliche. Von innen und außen eingetragene Substanzen wie Schweiß, Schmutz, chemische oder biologische Kontaminationen beeinträchtigen die Wirkungsweise der Textilien. Dadurch können sie selbst zum Risikofaktor werden. Erst eine fachgerechte Aufbereitung gibt der Bekleidung ihre Funktionalität und Schutzwirkung zurück.

Arbeits- und Berufskleidung einschließlich PSA bietet für Wäschereien und Textilservice-Unternehmen auch weiterhin ein erhebliches Wachstumspotenzial. Einheitliche, professionell bereitgestellte Mitarbeiterbekleidung, beispielsweise in der Hotellerie und Gastronomie, wird immer mehr in Anspruch genommen. Von 2005 bis heute ist laut einer Studie der BBE Handelsberatung der Markt für Berufs- und Schutzkleidung um mehr als 12 Prozent gewachsen. Und die Studie sieht für die nahe Zukunft auch noch weiteres Wachstumspotenzial.

Zu den Wachstumskräften im PSA-Markt zählen zunehmend auch Faktoren wie die Marke, der Lieferservice, die CI-Kompatibilität, Nachhaltigkeit und auch modische Aspekte sowie die Kollektionsvielfalt. Gleichzeitig müsse sich die Branche jedoch auch darauf einstellen, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgrund der demografischen Entwicklung mittel- bis langfristig abnehmen wird und damit auch der Absatzmarkt für Arbeit- und Berufskleidung schrumpft.