Kostenindex für den Textilservice

Der DTV veröffentlicht halbjährlich einen Kostenindex, der die Entwicklung der Gesamtkosten und ihrer einzelnen Komponenten für die Unternehmen des Textilservice zeigt. Insbesondere in den letzten Monaten des Jahres 2016 war eine deutliche Steigerung bei der Kostenentwicklung zu beobachten. Das lag vor allem an teilweise wieder anziehenden Energiepreisen und an steigenden Textilkosten. Entscheidend für den weiteren Jahresverlauf 2017 werden die Auswirkungen der Personalkostenerhöhung sein, die sich durch die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns und bevorstehenden Tarifverhandlungen zwischen der TATEX-Tarifgemeinschaft und der Gewerkschaft DHV ergeben werden. Seit 2013 sind die Personalkosten schneller gestiegen als alle anderen Kostenblöcke. Zudem gehen auch von der derzeit steigenden Entwicklung bei den Baumwollpreisen Risiken für die Entwicklung der Preise für Textilien aus. Die deutlich gestiegene Inflationsrate von zuletzt 2,2 Prozent zeigt darüber hinaus, dass insgesamt mit einem höheren Kostenniveau gerechnet werden muss.

In der Grafik ist zum einen der Jahresdurchschnittswert 2016 dargestellt sowie ein Jahresendwert 12/2016. Zwischen 2010 und Ende 2016 haben sich die Gesamtkosten um rund 12,3 Prozent gesteigert. 2016 zeigte sich jedoch erstmalig eine leichte Entspannung. Die Kosten lagen Ende 2016 knapp 0,14 Prozent unter denen des Vorjahres. Im Jahresschnitt lagen sie sogar 0,82 Prozent darunter. Damit liegen die Kosten des Textilservice jedoch voll im Trend der gesamten Erzeugerpreisentwicklung, die nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2016 sogar um 1,7 Prozent gesunken sind.

Hintergründe

Ziel ist, für die Unternehmen, aber auch für Kunden eine größtmögliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Kosten zu gewährleisten. Als Basis dienen einzelne Kostengruppen aus den Daten des Statistischen Bundesamtes. Dadurch bietet der Kostenindex eine solide und neutrale Datengrundlage, die die Entwicklung der relevanten Kostenpositionen im Textilservice repräsentativ widerspiegelt.

Ausgehend vom Basisjahr 2010 werden die Kostenveränderungen dargestellt. Dafür wurde die Kostenstruktur eines typischen Mischbetriebs herausgearbeitet, welcher repräsentativ die Kostenstruktur der gesamten Branche widerspiegelt. Alle Kostengruppen aus dem Textilservice sind dabei in dem Index berücksichtigt. Die wichtigsten davon sind die Personal- und Textilkosten sowie Energie und Abschreibungen.

Fundierte Datengrundlage

Für die einzelnen Kostengruppen wurden Indikatoren definiert, die überwiegend den langen Reihen der Fachserie 17, Reihe 2, von Destatis entnommen sind. Ein Beispiel: Die Entwicklung der Kosten für Textilien wird durch vier gewichtete Indikatoren erfasst: (1) den Erzeugerpreisindex für Arbeits- und Berufsbekleidung, (2) den Index der Erzeugerpreise für konfektionierte Textilien (ohne Bekleidung), (3) den Index der Einfuhrpreise für Arbeits- und Berufsbekleidung, (4) den Index der Einfuhrpreise für Heim- und Haustextilien. Bei den Energiekosten wurden die Indices der Erzeugerpreise für Strom, Gas und Heizöl verwendet. Die Personalkosten werden durch die Entwicklung Tariflöhne der Tarifpolitischen Arbeitsgemeinschaft Textilreinigung (TATEX) beschrieben. Auf diese Weise können Textilservice-Kunden neutral und auf transparenter Datenbasis die Kostenentwicklungen im Textilservice nachvollziehen.