Geschäftsklima Textilpflegebranche

Die wirtschaftlichen Rahmendaten stimmen optimistisch. Das Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2017 um 2,2 Prozent gestiegen. Für 2018 wird eine weitere Expansion um 2,3 Prozent erwartet. Die gute gesamtwirtschaftliche Lage zeigt sich auch am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbstätigen hat 2017 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei rund 44,3 Millionen und damit auf einem neuen Höchststand gelegen. Der Beschäftigungsaufbau setzt sich nach Regierungsangaben auch 2018 fort. Die Arbeitslosenquote hat mit zuletzt 5 Prozent den niedrigsten Stand seit über 25 Jahren erreicht. Seit 2005 konnte die Arbeitslosigkeit nahezu halbiert werden. Mehr Menschen in Arbeit und optimistische Zukunftsaussichten sorgen zudem für eine positive Dynamik in anderen Indikatoren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Konsumausgaben im Jahr 2017 real um etwa 2,2 Prozent. Der Konsumklima-Index der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) liegt Mitte 2018 nur knapp unter dem Höchststand der vergangenen Jahre.

Die Textilpflegebranche profitiert von diesen positiven Rahmenbedingungen ganz unmittelbar: Mehr Berufskleidung wird benötigt, die Zahl der Hotelübernachtungen nimmt zu und tendenziell werden mehr hochwertige Textilien angeschafft, die in Reinigungen entsprechend gepflegt werden müssen. Die Umsatzentwicklung fiel im Jahr 2017 daher über alle Branchenzweige hinweg positiv aus. Die Umsätze der handwerklich organisierten Reinigungen und Wäschereien legten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um insgesamt 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Das Umsatzvolumen für Mietwäsche in Deutschland soll laut dem Wirtschaftsverband Textil Service (WIRTEX) 2017 um 3,5 Prozent gewachsen sein.

In der Geschäftsklimaumfrage des DTV Mitte des Jahres 2018 schätzten insbesondere Wäschereien und Textilservice-Betriebe ihre Umsatzentwicklung sehr positiv ein. Reinigungen und Mischbetriebe fallen deutlich ab, schätzen die Umsatzentwicklung jedoch ebenfalls überwiegend positiv ein.

Bei der Betrachtung der Umsatzentwicklung lohnt jedoch ein Blick in die Details. Obwohl bei der Gesamtbetrachtung der Umsatzzahlen die Textilpflegebranche wächst, stellt sich dies noch längst nicht in allen Branchenzweigen identisch dar. Insbesondere bei Reinigungen scheinen die Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen groß zu sein. Dort schätzten 38 Prozent der teilnehmenden Betriebe in der DTV-Geschäftsklimaumfrage ihre Umsatzentwicklung positiv ein. Dem stehen jedoch auch 31 Prozent mit negativer Umsatzentwicklung gegenüber.

Beschäftigungszahlen

Unter den positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verwundert es nicht, dass die Entwicklung der Mitarbeiterzahl ebenfalls positiv verläuft. Die Auftragsbücher sind voll und die Betriebsauslastungen sind hoch. Etwas über ein Drittel der befragten Unternehmen gab in der Mitte 2018 durchgeführten Geschäftsklimaumfrage des DTV an, neue Stellen geschaffen zu haben. Bei den Mischbetrieben ist es sogar fast die Hälfte der Unternehmen. Ein Abbau von Personal fand so gut wie gar nicht statt.

Ein signifikantes Problem stellt jedoch die Fachkräftegewinnung dar. Durch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt hat die Branche Probleme, die eigenen Stellen adäquat zu besetzen. Drei Viertel der Wäschereien, Textilservice-Unternehmen, Reinigungen und Mischbetriebe gaben Mitte 2018 an, Probleme bei der Stellenbesetzung zu haben. Ein weiteres Problem zeigt sich durch steigende Löhne und einem Festhalten der Politik an der 450€-Verdienstgrenze für sogenannte Minijobs. Die Stellen können nur durch eine immer stärkere Reduzierung der Arbeitszeiten besetzt werden, wodurch jedoch der Planungs- und Personalaufwand enorm in die Höhe getrieben wird.

Weitere Informationen

Detailliertere Informationen liegen vor und können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Als Ansprechpartner steht Ihnen dafür Daniel Dalkowski aus der Geschäftsstelle zur Verfügung: dalkowski@dtv-bonn.de