Energie und Umwelt

Der Deutsche Textilreinigungs-Verband hat sich mit zahlreichen Initiativen den Themen Umweltschutz, Energie- und Rohstoffeinsparung angenommen. Denn Wäschereien und Reinigungen sind eine der energieintensivsten Handwerksbranchen überhaupt. Der Kostenanteil für Strom, Gas und Heizöl liegt bei bis zu 14 Prozent. Darüber hinaus bieten sich auch beim Wasser- und Waschmittelverbrauch Einsparpotenzial für die Unternehmen.

Neben der Beratung von Unternehmen zu bereits bekannten Energieeinsparmaßnahmen und -technologien identifiziert der Verband durch Forschungsprojekte auch weitere Energieeinsparmöglichkeiten. In Zusammenarbeit mit den Zulieferern der Branche werden zudem immer wieder Seminare zu bestimmten Schwerpunktthemen angeboten. Zuletzt beispielsweise zum Thema Dampfsysteme.

Ökobench

Durch die in den letzten Jahren immer weiter steigenden Energiepreise und den immer härter werdenden Preiskämpfen innerhalb der Branche, haben ökologische und ökonomische Gesichtspunkte immer mehr an Bedeutung gewonnen. Um den Betrieben eine Möglichkeit zu bieten, ihren eigenen Energieverbrauch mit anderen Marktteilnehmern vergleichen zu können und somit mögliche Einsparpotenziale zu identifizieren, ist im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projektes in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung IConsulting das sogenannte Ökobench-Tool entwickelt worden. Textilpflegeunternehmen können hier auf anonymisierte Weise ihre Wasser-, Waschmittel- und Energieverbräuche untereinander vergleichen. Mit dem Tool können sowohl Wäschereien, Textilservicebetriebe, Textilreinigungen als auch Mischbetriebe arbeiten.

Zu erreichen ist der Ökobench über die Seite der Brancheninitiative zur Energiewende: www.brancheninitiative-energie.de

Forschungsprojekte

Die industrielle Wäscherei ist eine Branche mit großem Potenzial für Energieeinsparungen. Um diese Potenziale zu erschließen, arbeitet der DTV mit zahlreichen Forschungsinstituten zusammen. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IFF in Magdeburg wird an Automatisierungslösungen, wie dem Einsatz von Robotern und neuesten RFID-Technologien, geforscht. Ein erhöhter Automatisierungsgrad und verbesserte Logistik können helfen Prozessabläufe zu verschlanken und somit die Ressourcen- und Energieeffizienz zu steigern.

Darüber hinaus konnte 2015 das Forschungsprojekt „Ganzheitliche Betrachtung von Wäschereien hinsichtlich Wäschelogistik, Maschinentechnik und Aufbereitungsverfahren zur prozessintegrierten Steigerung der Energieeffizienz von Wäschereien“ erfolgreich abgeschlossen werden. Gemeinsam mit dem wfk-Cleaning Technology Institute und dem Institut für Energie und Gebäude der Technischen Hochschule Nürnberg „Georg-Simon-Ohm“ hatte der DTV umfangreiche Untersuchungen initiiert. Das Projekt wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert. Ziel war die nachhaltige Steigerung der Energieeffizienz von Wäschereien durch Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs um 20 - 50 Prozent ohne dass dabei die Waschqualität abnimmt.

In fünf Wäschereien aus den Bereichen Krankenhaus- und Hotelwäsche, Berufskleidung, Bewohnerwäsche sowie Handtuchrollen und Matten wurden die Untersuchungen durchgeführt. Der Verbrauch von Gas und Heizöl konnte unter anderem durch direkte Erdgasnutzung in Wäschetrocknern und eine bessere Abwärmenutzung an den verschiedenen Verbrauchern um bis zu 36 Prozent gesenkt werden. Auch der Stromverbrauch wurde durch die eingeleiteten Maßnahmen um bis zu 11 Prozent reduziert. Der Wasserverbrauch konnte durch verschiedene Maßnahmen, wie optimierte Maschinenauslastung, Beseitigung von Leckagen sowie Wieder- bzw. Weiterverwendung von Wasch- und Spülwasser und Kondensat aus der Abluft und dem Abdampf im günstigsten Fall um bis zu 24 % gesenkt werden. Die Wasch- und Finishqualität nahm dabei in keinem der untersuchten Betriebe ab.