Geschäftsklima Textilpflegebranche

Die primär im Privatkundengeschäft tätigen chemischen Reinigungen und auch die Textilservice-Betriebe und Wäschereien, die im Bereich Hotellerie, Gastronomie oder Berufskleidung tätig sind, sind in besonderer Weise von der konjunkturellen Entwicklung und dem damit verbundenen Konsumklima der Verbraucher abhängig. Mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,9 Prozent ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2016 solide gewachsen.

Auch der Arbeitsmarkt hat sich positiv entwickelt. Mit 43,7 Millionen Erwerbstätigen befindet sich diese Zahl auf einem Rekordhoch. 2015 stieg beispielsweise die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent. In anderen Geschäftsfeldern wie der Pflege- und Altenheimversorgung sowie Krankenhauswäsche profitiert die Branche zudem von den langfristigen demografischen Entwicklungen hin zu einer immer älter werdenden Bevölkerung und dem damit einhergehenden steigenden Bedarf an Gesundheits- und Pflegeleistungen durch die höhere Zahl an Pflegebedürftigen und an teil- oder vollstationären Unterbringungen. Gerade in diesem Segment ist daher in den nächsten Jahren mit Wachstum und Innovationen zu rechnen.

In der Geschäftsklimaumfrage des DTV zu Beginn des Jahres 2017 werteten über 50% der teilnehmen Textilreinigungen und Mischbetribe und über zwei Drittel der Wäschereien und Textilservice-Betriebe ihre Umsatzentwicklung in 2016 als „gut“ oder „sehr gut“.

Anteil der Unternehmen, die ihre Umsatzentwicklung mit "sehr gut" oder "gut" bewerten

Für 2017 schätzen die Unternehmen die Umsatzentwicklung deutlich pessimistischer ein. Diese subjektive Einschätzung der Unternehmen kann von mehreren Faktoren getragen sein. Insbesondere in den letzten Monaten des Jahres 2016 war eine deutliche Preissteigerung bei Energiepreisen und Textilkosten festzustellen. Darüber hinaus stehen im Bereich Textilservice 2017 Tarifverhandlungen an.

Beschäftigungszahlen

Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns Anfang 2015 hat die gesamte Branche auf mehreren Ebenen beschäftigt. Neben den teilweise gestiegenen Löhnen verursacht vor allem ein erhöhter Bürokratieaufwand – und hier insbesondere die umfangreichen Dokumentationspflichten des Mindestlohngesetzes – bei den Unternehmen zusätzliche Kosten.

Im Ergebnis hatte die Mindestlohneinführung auf die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen jedoch so gut wie keinen Einfluss. Bei Betrieben im sogenannten Objektkundengeschäft gab es ohnehin bereits einen allgemeinverbindlichen Branchenmindestlohn. Aber auch Betriebe mit einem hohen Privatkundenanteil konnten die Beschäftigtenzahl konstant halten. Ein Grund dafür ist, dass in zahlreichen Regionen Deutschlands das Lohnniveau bereits ohnehin oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns lag.

Ingesamt kam es 2015 zu keinem Abfall der Beschäftigtenzahlen. Ganz im Gegenteil zeigen Wäschereien und Mischbetriebe sogar eine leicht positive Entwicklung. Auch für 2016 rechnen die befragten Unternehmen mit einer leichten Zunahme der Beschäftigten.

Ein großes Problem der Branche stellt der Mangel an Fachkräften dar. In der Geschäftsklimaumfrage des DTV gaben Anfang 2017 knapp drei Viertel der Textilreinigungen und Wäschereien an, dass Sie Probleme bei der Besetzung von Stellen haben. Bei Mischbetrieben sind es knapp 60% der Betriebe.

Weitere Informationen

Detailliertere Informationen liegen vor und können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Als Ansprechpartner steht Ihnen dafür Daniel Dalkowski aus der Geschäftsstelle zur Verfügung: dalkowski@dtv-bonn.de