Geschäftsklima Textilpflegebranche

Mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,9 Prozent ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2016 sehr solide gewachsen und soll 2017 Prognosen zufolge um 1,8 Prozent wachsen. Auch der Arbeitsmarkt hat sich positiv entwickelt. Mit 43,7 Millionen Erwerbstätigen befindet sich diese Zahl auf einem Rekordhoch. Die Beschäftigung in der Gesamtwirtschaft hat kräftig zugelegt, im Vergleich zu 2013 verzeichnen wir 2,5 Millionen mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Seit 2005 konnte die Arbeitslosigkeit nahezu halbiert werden. Die gute wirtschaftliche Lage treibt auch den Konsumklimaindex des Marktforschungsinstituts GfK in die Höhe. Dieser kletterte Mitte 2017 auf 10,6 Punkte. Das ist der höchste Stand des Index seit dem Jahr 2001. Die Branche profitiert von diesem gesunden wirtschaftlichen Umfeld: Mehr Berufskleidung wird benötigt, mehr verfügbares Einkommen bedeuten mehr Hotelübernachtungen und hochwertige Textilien, die in Reinigungen gepflegt werden müssen. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte, soll laut der Konjunkturprognose des ifo Instituts zudem auch in 2017 um 2,6 Prozent steigen.

In der Geschäftsklimaumfrage des DTV Mitte des Jahres 2017 werteten knapp 40% der teilnehmen Mischbetriebe und über drei viertel der Reinigungen, Wäschereien und Textilservice-Betriebe ihre Umsatzentwicklung in als „gut“ oder „sehr gut“.

Für die zweite Jahreshälfte 2017 schätzen die Unternehmen die Umsatzentwicklung pessimistischer ein. Diese subjektive Einschätzung der Unternehmen kann von mehreren Faktoren getragen sein. So war eine deutliche Preissteigerung bei Energiepreisen und Textilkosten festzustellen. Darüber hinaus stehen im Bereich Textilservice 2017 Tarifverhandlungen an.

Beschäftigungszahlen

Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns Anfang 2015 hat die gesamte Branche auf mehreren Ebenen beschäftigt. Neben den teilweise gestiegenen Löhnen verursacht vor allem ein erhöhter Bürokratieaufwand – und hier insbesondere die umfangreichen Dokumentationspflichten des Mindestlohngesetzes – bei den Unternehmen zusätzliche Kosten.

Im Ergebnis hatte die Mindestlohneinführung auf die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen jedoch so gut wie keinen Einfluss. Bei Betrieben im sogenannten Objektkundengeschäft gab es ohnehin bereits einen allgemeinverbindlichen Branchenmindestlohn. Aber auch Betriebe mit einem hohen Privatkundenanteil konnten die Beschäftigtenzahl konstant halten. Ein Grund dafür ist, dass in zahlreichen Regionen Deutschlands das Lohnniveau bereits ohnehin oberhalb des gesetzlichen Mindestlohns lag.

Unter den positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verwundert es nicht, dass die Entwicklung der Mitarbeiterzahl ebenfalls positiv verläuft. Die Auftragsbücher sind voll und die Betriebsauslastungen sind hoch. Etwas unter ein Drittel der befragten Unternehmen gab in der Mitte 2017 durchgeführten Geschäftsklimaumfrage des DTV an, neue Stellen geschaffen zu haben.

Durch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt hat die Branche allerdings auch Probleme, die eigenen Stellen adäquat zu besetzen. Drei Viertel der Wäschereien, Textil Service-Unternehmen und Mischbetriebe gaben Mitte 2017 in der Geschäftsklimaumfrage des DTV an, Probleme bei der Stellenbesetzung zu haben. Bei den Reinigungen sind es fast zwei Drittel.

Weitere Informationen

Detailliertere Informationen liegen vor und können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Als Ansprechpartner steht Ihnen dafür Daniel Dalkowski aus der Geschäftsstelle zur Verfügung: dalkowski@dtv-bonn.de